Auf den Spuren von Jan Ullrich

/Auf den Spuren von Jan Ullrich
Auf den Spuren von Jan Ullrich2019-05-10T18:09:53+02:00

Auf den Spuren von Jan Ullrich

Ein Rennradwochenende auf den Trainings-Strecken des Tour de France Siegers

Ein Rennradwochenende mit zwei herrlichen Tagestouren in Südbaden, auf den ehemaligen Hausstrecken der deutschen Radsportlegende. 

Tour 1 (Samstag)  Südschwarzwald & Markgräflerland (108km / 1800hm / 5h + Pausen)

Tour 2 (Sonntag) Kaiserstuhl & Tuniberg (80km / 1500hm / 4h + Pausen)

Sie sind eine Gruppe von Radsportfreunden, interessieren sich für das “Auf den Spuren von Jan Ullrich”-Rennradwochenende, wünschen jedoch einen anderen Termin? Kein Problem! Individuelle Wunschtermine sind für Gruppen ab 4 Personen auf Anfrage möglich. Gerne können Sie mich dazu kontaktieren: Kontakt 

Wer in Südbaden auf den Spuren von Jan Ullrich unterwegs ist kommt an Merdingen und dem Gasthaus Keller nicht vorbei. Merdingen war Jan Ullrichs Wohnort in den Zeiten seiner größten Erfolge und unsere Unterkunft, das  Gasthaus Keller, war sein Stammlokal. Zum Wirt Erich Keller hatte er ein geradezu freundschaftliches Verhältnis. Erich Keller war Vorsitzender des “Jan Ullrich Fan-Clubs”. Nicht selten hatte dieser Jan mit seinem Motorrad “Windschatten gegeben” und so haben die zwei auch so mache Trainingsrunde gemeinsam verbracht. Bestimmt hat Erich Keller noch heute so einige Anekdoten zu erzählen …

Die beiden Tages-Touren werden vom Tempo her als “touristische Ausfahrt” angelegt (max. 22er Schnitt) und beinhalten immer genügend Pausen zum Essen, Trinken und Fotografieren, etc.. Die Mittagspause findet jeweils in einer radfahrerfreundlichen Gaststätte unterwegs statt (Selbstkosten). Die beiden Touren erfordern von Hobbyfahrern eine gute Kondition, um am Samstag 108km / 1800hm und am Sonntag 80km / 1500hm zu bewältigen.

Kondition:

Tour 1  ⊕⊕⊕⊕⊕     Tour 2 ⊕⊕⊕⊕⊕

Von jedem Teilnehmer wird erwartet, daß er /sie ein ordentlich gewartetes, voll funktionsfähiges Rennrad (Schaltung, Bremsen, etc.) mitbringt.

Auf Belchenradler-Veranstaltungen herrscht immer Helmpflicht. Auch Radhandschuhe und eine Radbrille werden dringend empfohlen.

Auf den Höhenlagen im Schwarzwald kann es selbst an Sommertagen empfindlich kühl sein. Besonders für die Abfahrten wird daher immer eine Wind-Stopper-Jacke / Weste empfohlen.

In Anbetracht der bevorstehenden Höhenmeter an diesem Wochenende dürfte für die meisten Hobbyfahrer eine Kompaktkurbel (z.B. 50/34), kombiniert mit einem Ritzelpaket das kleine Berggänge bereit hält, die beste Wahl sein.

Zunehmend kommt auch das Thema E-Rennradfahrer: Ich persönlich finde das eine tolle Sache! Besonders wenn Partner ein unterschiedliches Trainings- oder Fitness-Niveau aufweisen, kann man mit E-Unterstützung dem Schwächeren die Anstiege etwas erleichtern und somit wunderbar zusammen Touren fahren. E-Rennradfahrer sind also herzlich willkommen! Vom Tempo her sollten sie sich aber immer an die Teilnehmer ohne Motor anpassen.

Zum Thema Ausrüstungsempfehlung erhält jeder Teilnehmer, rechtzeitig vor Reiseantritt, eine Packliste mit Ausrüstungsempfehlungen.

Programm für Samstag & Sonntag “Auf den Spuren von Jan Ullrich”:

10.00 Uhr Treffpunkt: Gasthof Keller in Merdingen. Begrüßung der Teilnehmer und Infos zum Ablauf des Wochenendes

10.15 Uhr Bike-Check. Bevor wir losradeln machen wir gemeinsam einen kurzen Bike-Check

10.30 Uhr Start zur Tour 1: Südschwarzwald & Markgräflerland (108km / 1800hm /5h + Pausen)

Wir fahren die Tour 1 in einem eher gemütlichen Tempo, als “touristische Ausfahrt” (max. 22er Schnitt). Bei den Anstiegen kann jeder sein eigenes, individuelles Tempo wählen.

Auf den Spuren von Jan Ullrich mit Belchenradler Radreisen

Auf unserer ersten Tour am Samstag, fahren wir von Merdingen aus auf meist ruhigen Straßen und Radwegen Richtung Münstertal. Während wir locker durch die Rheinebene im Markgräflerland pedalieren, haben wir die faszinierende Bergkulisse des Südschwarzwaldes und der Vogesen immer im Blick.

Wir fahren auf den majestätischen Belchen zu und lassen die Burgruine in Staufen links liegen, während wir uns  dem Münstertal nähern. Dann passieren wir, bei moderater Steigung den Ort und werfen dabei einen Blick auf das geschichtsträchtige Kloster St. Trudpert. Nun wird bald  ” versüßt durch lohnende Ausblicke ins Münstertal und die Rheinebene, Stehvermögen gefragt” (Zitat Jan Ullrich), denn wir schrauben uns, bei immer noch moderater Steigung, auf bis 1050m Höhe zum Wiedener Eck.

Auf dem Pass belohnt eine traumhafte Aussicht ins Rheintal und in die Täler des Südschwarzwaldes, für die Mühen des Aufstiegs. Es folgt eine herrliche Abfahrt hinein ins Wiesental, bei der sich unsere Beine für den nächsten Aufstieg wieder erholen können.

Dem etwas hohen Verkehrsaufkommen im Wiesental weichen wir schnell wieder aus und biegen ab auf eine ruhige Straße Richtung Böllen. Nun wird einem auf den nächsten Kilometern konditionell alles abverlangt. Die Steigung geht auf 12% und der Puls schnellt nach oben. Böllen war jahrelang bundesweit im Tauziehen führend. Ob die Ausdauer und Zähigkeit der 100 Dorfeinwohner von diesen Steigungen stammt?

Bei einer kleinen, erholenden Abfahrt sammeln wir danach noch einmal unsere Kräfte und nehmen dann den letzten richtigen Anstieg Richtung Haldenhof (917m Höhe) auf uns.

Dort angekommen machen wir, nach ca. 75 gefahrenen Kilometern, unsere verdiente Mittagspause im Berggasthof Haldenhof, mit regionaler Küche (Selbstkosten) und tollem Ausblick. Frisch erholt und gestärkt, genießen wir nun die tolle, lange Abfahrt ins Münstertal mit zahllosen Serpentinen und einem grandiosen Ausblick auf die Landschaft im Münstertal.   

Wir queren einen kurzen Abschnitt im Münstertal den wir bereits von der Bergauffahrt her kennen. Jedoch biegen wir nun schon bald ab Richtung “Fauststadt” Staufen.  Die schöne Altstadt war in den letzten Jahren vor allem wegen der Erderhebungen (bedingt durch Erdbohrungen) und den dadurch bedingten massiven Gebäudeschäden, in die Schlagzeilen geraten. Nun haben wir bald schon wieder den Tuniberg im Visier dem wir uns allerdings von der östlichen Seite aus nähern. Es folgt ein allerletzter kleiner Anstieg und dann rollen wir verdient mit sicherlich müden Beinen gegen Abend Richtung Merdingen runter, zu unserem Gasthaus Keller.

Ab 19.00 Uhr Abendessen im Gasthaus Keller. Erich Keller verwöhnt uns mit seinen Köstlichkeiten aus der regionalen, badischen Küche.  Wir lassen den erlebnisreichen Tag an diesem Abend zusammen gemütlich ausklingen, in Jan Ullrichs ehemaligen Stammlokal, das mit vielen Fotos und Radtrikots von “Ulle” Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit weckt.

9.30 Uhr Start zur Tour 2: Kaiserstuhl & Tuniberg   ( 80km / 1500hm /4h + Pausen)

Wir fahren auch die Tour 2 in einem eher gemütlichen Tempo, als “touristische Ausfahrt” (max. 22er Schnitt). Bei den Anstiegen kann jeder sein eigenes, individuelles Tempo wählen.

Von Merdingen aus geht es Richtung Ihringen im Kaiserstuhl. Die berühmte  Weinbaugegend mit vulkanischem Ursprung gilt als eine der wärmsten und sonnenreichsten Regionen Deutschlands und hat eine ganz eigene Flora und Fauna, hier wachsen seltene Lilien und Orchideen. Auch leben hier besondere Tierarten wie der Bienenfresser, oder die Smaragdeidechse. Von Ihringen aus biegen wir ab mitten in die Weinberge die im Kaiserstuhl  immer wieder die typischen Terrassen und Hohlwege aufweisen. Die Steigungen sind, verglichen mit denen aus der gestrigen Schwarzwaldtour, nie besonders lange, können aber steile Rampen beinhalten. So auch jetzt: Durch einen Hohlweg erklimmen wir den Katzensteinbuck bis die Steigung “atemraubende 10-14 Prozent erreicht” (Zitat Jan Ullrich).  

Auf der ersten Abfahrt unserer heutigen Tour Richtung Achkarren / Bickensohl können wir die Beine wieder freistrampeln. In Vogtsburg kommen wir kurzzeitig auf die verkehrsreiche L115, die wir aber schnell wieder verlassen, um dann in sanft hügeligem Terrain ins pittoreske Burgheim zu radeln – mit seinen Pflastersteinen, die Assoziationen an Paris-Roubaix wecken …

Der nächste Anstieg führt uns von Bischoffingen aus zur Mondhalde und der Namen lässt bereits erahnen, daß auch hier Kletterqualitäten gefragt sind. Oben angekommen belohnt uns ein einzigartiger Ausblick auf den inneren Kaiserstuhl und auf die Vogesen mit dem Petite Ballon und markanten Gand Ballon. An klaren Tagen kann man von der Mondhalde aus mit bloßem Auge das Straßburger Münster erkennen.

Wir fahren auf schmalen Wegen durch die Weinreben nach unten und nehmen Kurs auf weitere schöne Winzerdörfer wie Jechtingen und Sasbach am Rhein. Im nördlichen Kaiserstuhl wird viel Obst angebaut und so fährt man hier zur Zeit der Kirschblüte durch eine einziges Blütenmeer. Nach Frankreich wäre es jetzt nur noch ein Katzensprung, aber wir nehmen stattdessen Kurs auf das Städtchen Wyhl, das die Älteren sicherlich noch kennen als den Ort in dem die deutsche Anti-Atomkraftbewegung in den 70er Jahren ihren Anfang nahm.

Über Forchheim nehmen wir Kurs auf Riegel, bekannt durch seine “Riegeler Felsenquell-Brauerei”. Und genau in deren Biergarten, der auch durchgehend warme Küche bietet, nehmen wir unsere verdiente Mittagspause ein (Selbstkosten). Achtung: aus Haftungsgründen herrscht auf einer Belchenradler-Tour striktes Alkoholverbot! Aber natürlich gibt es auch alkoholfreie Biersorten und andere Getränke.

Frisch gestärkt und erholt rollen wir dann gemütlich Richtung Endingen mit seinem markanten Stadttor und altem Kopfsteinpflaster, dann geht es nach Königschaffhausen und Kiechlingsbergen. Nun steht uns das kräftezehrende Highlight einer jeden richtigen Kaiserstuhltour bevor: Der “Texas Pass”.  Im Sommer steht hier bei einer Gluthitze, die Luft oft wie in der Prärie. Dies gilt aber vor allem, wenn man aus südlicher Richtung, vom inneren des Kaiserstuhles aus, den Pass erklimmen will. Wir wissen es besser und fahren daher von nördlicher Richtung kommend durch angenehm schattigen Wald auf den Texas-Pass. Nichtsdestotrotz wird der Anstieg dennoch mühevoll. Jan Ullrich hatte früher auf der Regio-Tour das zweifelhafte Vergnügen den Texas-Pass von beiden Seiten aus, an einem Tag, insgesamt acht Mal zu erklimmen! Oben angekommen kann jeder schöne Erinnerungsfotos vor einer fantastischen Kaiserstuhlkulisse machen, bevor wir uns auf die Abfahrt nach Oberbergen konzentrieren.

Im inneren Kaiserstuhl angekommen fahren wir bei zunächst nur mässiger Steigung Richtung Schelingen. Nun mobilisieren wir noch einmal unsere gesamten Kräfte und erklimmen auf 450m Höhe den höchsten Punkt des heutigen Tages – die Schelinger Höhe. Erneut belohnt uns eine tolle Abfahrt für die Strapazen des Anstiegs.

Über Balingen, Eichstetten und Bötzingen nehmen wir Kurs auf Gottenheim und den Tuniberg. Zurück nach Merdingen kommen wir, nach einem letzten Anstieg, über den herrlichen Tuniberg-Höhenweg der einen fantastischen Ausblick auf den Schwarzwald, den Kaiserstuhl und die Vogesen bietet. Am Schluss belohnt  uns noch eine letzte schöne Abfahrt nach Merdingen für die Anstrengungen des Tages.

Nachdem wir heute schon um 9.30 Uhr gestartet sind, sollten wir zwischen ca. 15.00 und 16.00 Uhr wieder am Gasthaus Keller ankommen, was denen die noch eine weitere Heimreise vor sich haben, sicherlich entgegen kommt.

Belchenradler wünscht allen einen guten Nachhauseweg – bis zum nächsten Mal!